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Meine erste Steuererklärung

Die erste Steuererklärung wirkt oft wie eine riesige Herausforderung – ein Berg an Formularen, Fachbegriffen und Zahlen. Aber die Wahrheit ist, sie gibt dir vor allem einen Überblick über das, was du im letzten Jahr gemacht, verdient und ausgegeben hast.

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9. Februar 2026


Warum die erste Steuererklärung einfacher ist, als sie klingt…

Die erste Steuererklärung wirkt oft wie eine riesige Herausforderung – ein Berg an Formularen, Fachbegriffen und Zahlen. Aber die Wahrheit ist, sie gibt dir vor allem einen Überblick über das, was du im letzten Jahr gemacht, verdient und ausgegeben hast.

Die Steuererklärung ist kein Test, den du bestehen musst, sondern auch ein Werkzeug, das dir hilft, deine Finanzen besser zu verstehen, Rücklagen zu planen und mögliche Steuervergünstigungen zu nutzen. Du lernst dabei, dein Geld bewusster zu steuern – im wahrsten Sinne des Wortes.

Unser Tipp: Nimm dir Zeit für deine erste Steuererklärung, aber hab keine Angst davor. Es ist ein Lernprozess – du wirst schnell merken: vieles wiederholt sich jedes Jahr und wird mit der Zeit einfacher.

Welche Steuern betreffen dich als Selbstständige?

Wenn du selbstständig arbeitest, musst du dich eventuell um mehrere Steuerarten kümmern, aber keine Sorge: Es sind nur wenige, und sie folgen klaren Regeln. Die wichtigste ist die Einkommensteuer, daneben können Umsatzsteuer und Gewerbesteuer dazukommen, je nach Art deiner Tätigkeit.

Einkommensteuer

Sie betrifft alle Selbstständigen und Freiberufler*innen. Du gibst in deiner Steuererklärung an, wie viel du im Jahr verdient hast und welche Ausgaben du hattest. Daraus ergibt sich dein Gewinn und auf den zahlst du Einkommensteuer.

Beispiel: Du verdienst 40.000€ im Jahr und hast 10.000€ Betriebsausgaben → dein steuerpflichtiger Gewinn liegt bei 30.000€.

Umsatzsteuer (auch Mehrwertsteuer)

Wenn du regelmäßig Rechnungen schreibst, musst du in der Regel auch Umsatzsteuer berechnen und ans Finanzamt abführen.

Eine Ausnahme gibt es, die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG): Lag dein Umsatz im Vorjahr unter 25.001€ und erwartest du im laufenden Jahr nicht mehr als 100.000€ Umsatz, giltst du als Kleinunternehmer*in nach §19 UStG und die Umsatzsteuerpflicht entfällt. Du stellst Rechnungen ohne Umsatzsteuer aus, musst keine monatlichen oder vierteljährlichen Voranmeldungen abgeben und demzufolge auch keine Umsatzsteuererklärung machen. Quelle

Gewerbesteuer

Diese Steuer betrifft dich nur, wenn du ein angemeldetes Gewerbe betreibst – also keinen freien Beruf ausübst. Sie wird an die Stadt oder Gemeinde gezahlt, in der dein Unternehmen gemeldet ist. Für Einzelunternehmen gilt ein Freibetrag von 24.500€. Viele kleine Selbstständige liegen damit unter der Grenze und zahlen keine Gewerbesteuer.

Unser Tipp: Bei der Anmeldung deiner Selbstständigkeit erfährst du, ob du freiberuflich oder gewerblich arbeitest – das beeinflusst, welche Steuern du zahlen musst und welche Formulare relevant sind.

Quellen: Steuerarten für Selbstständige (FYRST) | Steuern für Selbstständige (Gründerplattform)

Vorbereitung: Was du brauchst!

Bevor du mit deiner Steuererklärung startest, lohnt sich ein kurzer Überblick über deine Unterlagen. Wenn du alles gesammelt hast, geht der Rest deutlich leichter. Die Faustregel lautet: Einnahmen, Ausgaben, Nachweise.

Einnahmen

Hier trägst du alles ein, was du im Jahr verdient hast, zum Beispiel durch:

  • Honorarzahlungen als Vergütung für Aufträge/Dienstleistungen
  • Verkäufe von Produkten
  • Lizenzeinnahmen
  • Miet- oder Untermieteinnahmen

Am besten führst du von Anfang an eine einfache Übersicht, z. B. in einer Tabellenkalkulation oder Buchhaltungs-App.

Ausgaben

Absetzbare Betriebsausgaben senken deinen Gewinn und damit deine Steuerlast. Dazu gehören u.a.:

  • Büromaterial, Software, Arbeitsgeräte
  • Telefon, Internet, Miete für Arbeitsräume
  • Versicherungen (z. B. Berufshaftpflicht) u.v.m.

Wichtig: Belege aufbewahren! Belege müssen i.d.R. nicht alle eingereicht werden, aber auf Nachfrage des Finanzamts vorliegen. Digital reicht meist aus.

Bevor es losgeht: Diese Unterlagen benötigst du

  • Belege
  • Einnahmen-Überschuss-Rechnung (kurz EÜR)
  • Steuernummer und ELSTER-Zugang
  • Kontoauszüge des Geschäftskontos
  • Versicherungsnachweise (z. B. Krankenversicherung)
  • Bei Bedarf: Nachweis über private Vorsorge oder Spenden

Unser Tipp: Lege dir einen festen Ordner oder digitalen Speicherort für alle steuerrelevanten Dokumente an. Das spart Zeit (und Nerven) wenn du die Erklärung ausfüllst.

Schritt für Schritt: So geht die erste Steuererklärung

Wenn du deine Unterlagen beisammen hast, kannst du direkt starten. Am einfachsten geht das digital über ELSTER, das Online-Portal der deutschen Finanzverwaltung. Dort kannst du alle Formulare elektronisch ausfüllen, prüfen und abschicken.

1. Registrierung bei ELSTER

Registriere dich unter elster.de. Du erhältst eine Zertifikatsdatei und per Post einen Freischaltcode – das dauert meist einige Tage.

Danach kannst du dich im ELSTER-Portal anmelden und mit deiner Erklärung beginnen.

Unser Tipp: Registrier dich frühzeitig bei ELSTER und steige direkt in die Steuererklärung ein – der Freischaltcode braucht gerne mal etwas länger zu dir.

2. Die richtigen Formulare auswählen

Welche Formulare du brauchst, hängt von deiner Tätigkeit ab:

  • EÜR (Anlage EÜR) – für die Gewinnermittlung
  • Anlage S – für Freiberufler*innen
  • Anlage G – für Gewerbetreibende
  • Umsatzsteuererklärung – falls du umsatzsteuerpflichtig bist

Alle findest du direkt im Portal unter Formulare & Leistungen.

Quelle: Existenzgründungsportal – Steuern

3. Einnahmen und Ausgaben eintragen

In der Anlage EÜR trägst du deine gesamten Einnahmen (z. B. durch Honorare, Produktverkäufe, Lizenzen) und betrieblichen Ausgaben (z. B. Software, Arbeitsgeräte, Fahrtkosten) ein. Die Differenz ergibt deinen Gewinn.

ELSTER führt dich Schritt für Schritt durch die Felder – viele sind selbsterklärend.

Unser Tipp: Wenn du deine Buchhaltung regelmäßig pflegst, kannst du die Werte direkt übernehmen. So sparst du viel Zeit.

4. Prüfen und abschicken

Zum Schluss kannst du deine Daten direkt im Portal prüfen. ELSTER zeigt dir, ob noch Angaben fehlen oder Formulare unvollständig sind. Danach kannst du alles elektronisch ans Finanzamt senden.

Du erhältst eine Übermittlungsbestätigung und kannst deine Erklärung später jederzeit erneut einsehen.

Tipp: Nach der ersten Erklärung läuft vieles automatisch – beim nächsten Mal ist vieles bereits vorausgefüllt.

Tools & Unterstützung

Niemand muss die Steuererklärung komplett allein machen. Es gibt heute viele digitale Tools und Unterstützungsangebote, die dich Schritt für Schritt begleiten.

Welche Lösung am besten passt, hängt davon ab, wie komplex deine Situation ist und wie viel du selbst übernehmen möchtest.

Option 1: ELSTER (kostenlos & offiziell)

ELSTER ist das offizielle Online-Portal der Finanzverwaltung. Du kannst dort alle Formulare direkt ausfüllen, speichern und elektronisch abschicken.

Das ist perfekt, wenn du ein gutes Grundverständnis hast und deine Buchhaltung selbst führst.

Vorteil: kostenlos, direkt beim Finanzamt. Nachteil: teils unübersichtlich, relativ wenig Erklärungen.

Option 2: Steuer-Apps & Online-Plattformen

Angebote von steuererklärung.de, Kontist, WISO Steuer, Taxfix oder lexware führen dich intuitiv durch den Prozess. Sie erklären Fachbegriffe, erkennen mögliche Absetzungen automatisch und übertragen deine Daten per ELSTER-Schnittstelle ans Finanzamt.

Ideal, wenn du:

  • Zeit sparen willst
  • klare Erklärungen brauchst
  • oder dich bei deiner ersten Steuererklärung sicher fühlen möchtest

Vorteil: einfach, visuell, wenig Fachsprache. Nachteil: jährliche Kosten (meist 30–80€).

Option 3: Steuerberater*in

Wenn deine Finanzen komplexer werden, z. B. durch mehrere Einkommensquellen, Mitarbeiter*innen oder hohe Investitionen, kann sich professionelle Unterstützung lohnen.

Steuerberater*innen übernehmen die komplette Erklärung, prüfen Abschreibungen und Fristen und geben dir Planungssicherheit.

Vorteil: maximale Entlastung, rechtssichere Beratung. Nachteil: teurer (abhängig vom Aufwand).

Ob du die Steuererklärung lieber selbst machst oder Unterstützung nutzt – beides ist richtig. Wichtig ist, dass du eine Lösung findest, die dir Sicherheit gibt und zu deinem Arbeitsstil passt.

Mit jedem Jahr wächst dein Wissen – und irgendwann wirst du selbst zum Steuerprofi deines eigenen Business.

Fristen & Tipps bei Problemen

Die Steuererklärung hat feste Abgabefristen – behalte sie im Blick. So vermeidest du Verspätungszuschläge und kannst Rückfragen des Finanzamts in Ruhe klären.

Abgabefristen

  • Ohne Steuerberater*in: Abgabe bis 31. Juli des Folgejahres (Beispiel: Steuererklärung 2024 → Abgabefrist 31. Juli 2025)
  • Mit Steuerberater*in: Verlängerte Frist bis 28. Februar des übernächsten Jahres (Beispiel: Steuererklärung 2024 → Frist 28. Februar 2026)

Quelle: § 149 Abgabenordnung (AO)

Was passiert bei Verspätung oder Fehlern?

Wenn du zu spät abgibst, kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag verlangen. Er liegt in der Regel bei mindestens 25€ pro angefangenen Monat.

Bei fehlenden Angaben wirst du zunächst zur Nachreichung aufgefordert – oft reicht eine einfache Korrektur über ELSTER.

Unser Tipp: Wenn du absehen kannst, dass du es nicht rechtzeitig schaffst, beantrage frühzeitig eine Fristverlängerung. Das geht formlos per Nachricht ans Finanzamt über dein ELSTER-Postfach.

Quelle: § 152 Abgabenordnung (AO) – Verspätungszuschlag

Dein Fahrplan für die erste Steuererklärung

Deine Steuererklärung ist kein Hexenwerk – sie ist ein Prozess, den du mit Ruhe und System meistern kannst. Einmal verstanden, wird er jedes Jahr einfacher. Und mit jedem Schritt gewinnst du mehr Sicherheit und Klarheit über deine Finanzen.

Checkliste: Deine erste Steuererklärung

Vorbereitung

  • Einnahmen und Ausgaben gesammelt
  • Belege und Rechnungen geordnet (digital oder Papier)
  • Steuernummer und ELSTER-Zugang vorhanden
  • Versicherungsnachweise griffbereit (z. B. Krankenversicherung, Altersvorsorge)
  • EÜR bereit

Durchführung

  • In ELSTER registriert und angemeldet
  • Richtige Formulare ausgewählt (EÜR, Anlage S/G, evtl. Umsatzsteuer)
  • Einnahmen und Ausgaben vollständig eingetragen
  • Daten geprüft und elektronisch abgeschickt

Nachbereitung

  • Übermittlungsbestätigung gespeichert
  • Steuerbescheid geprüft (innerhalb 1 Monat Einspruch möglich)
  • Erkenntnisse notiert – was kannst du fürs nächste Jahr vereinfachen?

Unser Tipp: Lege dir nach der ersten Steuererklärung eine kleine Routine an – z. B. einmal im Monat Buchhaltung prüfen und Belege sortieren. So bleibt deine nächste Steuererklärung leicht und stressfrei.

Zusammenfassung

  1. Die Steuererklärung ist dein Finanzwerkzeug

    Die erste Steuererklärung ist kein Test, sondern hilft dir, deine Finanzen zu verstehen, Rücklagen zu planen und Steuervergünstigungen zu nutzen. Mit jedem Jahr wird es einfacher, da sich vieles wiederholt.

  2. Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer

    Als Selbstständige*r zahlst du Einkommensteuer auf deinen Gewinn, eventuell Umsatzsteuer (außer bei Kleinunternehmerregelung unter 25.001€ Vorjahresumsatz) und Gewerbesteuer nur bei Gewerbebetrieben über 24.500€ Gewinn.

  3. Einnahmen, Ausgaben und Belege vorbereiten

    Sammle alle Einnahmenachweise, Betriebsausgaben-Belege, deine EÜR, Steuernummer, ELSTER-Zugang und Versicherungsnachweise. Ein fester Ordner für steuerrelevante Dokumente spart Zeit und Nerven.

  4. Schritt für Schritt zur digitalen Abgabe

    Registriere dich frühzeitig bei ELSTER, wähle die richtigen Formulare (EÜR, Anlage S/G), trage Einnahmen und Ausgaben ein und schicke deine Erklärung elektronisch ab. Beim nächsten Mal ist vieles bereits vorausgefüllt.

  5. 31. Juli ohne, 28. Februar mit Steuerberater*in

    Die Abgabefrist ist der 31. Juli des Folgejahres (mit Steuerberater*in bis 28. Februar übernächstes Jahr). Bei Verspätung drohen Verspätungszuschläge ab 25€ pro Monat – beantrage rechtzeitig eine Fristverlängerung, falls nötig.

Die beste Vorbereitung können wir dir in unserer App geben:

Rechtliche Einordnung: Unsere Guides enthalten allgemeine Tipps & Tricks und stellen keine individuelle Rechts-, Finanz- oder Steuerberatung dar.